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Westerwälder retten Dorfkirche in Satow

KULTURVEREIN INFORMIERTE SICH VOR ORT IN  MECKLENBURG

 

MT. Wenn auch mühsam und für viele zu langsam: jetzt wächst in Deutschland zusammen was zusammen gehört! Eine rege Kulturinitiative aus dem Westerwald will nun unter Leitung von Uli Schmidt (Oberelbert) mit einer beispielhaften Aktion dazu beitragen, dass der Wachstumsprozeß verkürzt  wird. Die Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. unterstützt mit Spendengeldern aus dem Westerwald die Sanierung einer kleinen Dorfkirche in Satow an der Mecklenburger Seenplatte.

 

Durch Veranstaltungsbesucher und Medienberichte wurden die Veranwortlichen der Kleinkunstbühne auf den katastrophalen Zustand vieler baufälliger Dorfkirchen insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam. Schnell war der Entschluß gefasst, die Sanierung einer noch auszuwählenden Kirche in den neuen Bundesländern zu ermöglichen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass Dorfkirchen unwiederbringliche Wahrzeichen unserer Dörfer und unserer Kultur sind. Unabhängig von weltanschaulichen oder religiösen Positionen ist deren Erhaltung deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Aufgabe versucht sich die Kleinkunstbühne nun zu stellen.

 

Eine günstige Gelegenheit dazu bietet die jährlich in Verantwortung der Kleinkunstbühne stattfindende Konzertreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Diese läuft jeweils von Mai bis September in mehreren Kirchen im unteren Kreisteil. Bereits bei der im September zu Ende gegangenen Konzertreihe 1999 wurden die

Gäste über das Anliegen informiert und ging der „Klingelbeutel“ für diesen Zweck durch die Reihen. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

 

Eine Delegation unter Leitung von Uli Schmidt als Vorsitzender der Kleinkunstbühne war jetzt in Mecklenburg unterwegs, um sich zu informieren und eine zu sanierende Kirche auszuwählen. Die Besucher aus dem Westerwald konnten sich davon überzeugen,  wie eine auf  Konzentration landwirtschaftlicher Produktions- und Wohnungsstätten ausgerichtete Siedlungspolitik der DDR  insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern zum Niedergang vieler Dörfer führte. In der Folge wurden viele Dorfkirchen nicht mehr genutzt. Zudem bewirkte der staatlich verodnete Atheismus auch eine Entfremdung der Menschen von der Kirche. Nach vielen Jahrzehnten ist deshalb heute private Initiative gefordert, um zumindest die baulichen Sünden teilweise zu beheben.

 

Auf Vorschlag der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Schwerin war die Delegation aus dem Westerwald  auch zu Besuch in der Kirchengemeinde Satow an der Mecklenburger Seenplatte. Probst Dr. Ulrich Müller empfing die Gäste im Erntedankgottesdienst und gab Uli Schmidt Gelegenheit, das Projekt während des Gottesdienstes  in einer „Predigt“ vorzustellen. Schnell stand der Entschluß fest: die Dorfkirche in Satow soll mit Geld aus dem Westerwald unterstützt werden. Die Hilfe, so der Pfarrer, sei dringend notwendig, bestehe doch Einsturzgefahr. Dachstuhl und Dacheindeckung müssten ebenso wie die Decke dringend erneuert werden. Geschätzte Gesamtkosten: 200.000,- DM. Hiervor will die Kleinkunstbühne in den kommenden Jahren einen möglichst großen Teil abdecken. Zudem ist geplant, bei den Sanierungsarbeiten  im Rahmen einer Werkwoche selbst mit anzupacken.

 

Die Spendensammlungen gehen weiter mit Beginn der nächsten  Konzertreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ am 7.5.2000. Bis dahin sind aber auch Überweisungen möglich auf das Sonderkonto „Dorfkirchen in Not“. Ende nächsten Jahres soll der erste Scheck aus dem Westerwald in Satow übergeben werden.

Info bei Christa Graf, Tel. 06439/912345 oder bei Uli Schmidt, Tel. 02608/636.